Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898)

Elisabeth Amalie Eugenie in Bayern wurde am 24. Dezember 1837 als Tochter des Herzogs Max Joseph in Bayern und seiner Frau Ludovika Wilhelmine in München geboren. Sie war eine Prinzessin aus der herzoglichen Nebenlinie Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen des Hauses Wittelsbach und durch ihre Heirat mit Franz Joseph I. ab 1854 Kaiserin von Österreich und seit dem Ausgleich von 1867 auch Apostolische Königin von Ungarn.

1853 war Kaiser Franz Joseph von Österreich 23 Jahre alt und noch unverheiratet. Seine Mutter suchte daher für ihren Sohn nach einer geeigneten Braut. Herzogin Ludovika reiste mit ihren beiden Töchtern, Helene und Elisabeth, am 16. August 1853 nach Bad Ischl, aber Franz Joseph zog unerwartet die 15-jährige Elisabeth ihrer Schwester Helene vor. Am 24. April 1854 erfolgte die Trauung in der Wiener Augustinerkirche.

Kaiserin Elisabeth musste ihre Kinder der Obhut ihrer Schwiegermutter überlassen. Der junge Kronprinz Rudolph erhielt auf Wunsch des Vaters eine harte militärische Ausbildung, unter der das sensible Kind sehr litt. 1889 nahm sich Rudolf unter bis heute ungeklärten Umständen in Schloss Mayerling vermutlich das Leben.

Die "Flucht" vor dem Wiener Hof 1860/61 war der Anfang einer Odyssee, die Sisi bis zu ihrem Tod fortführen sollte. Den offiziellen Vorwand für die Reisen der Kaiserin, die Diagnose einer Lungenkrankenheit und die Empfehlung einer Kur auf Madeira, nutzte sie zum Ausbruch aus dem Hofleben und zu ihrer Auslandsreisen. Neben Europa bereiste sie Kleinasien und Nordafrika, ab 1867 besonders häufig Ungarn und Großbritannien. Sie reiste auch in die Türkei. Auf der Insel Korfu baute sie ihr griechisches Traumschloss im pompejischen Stil, das Achilleion.

Zu den wenigen politischen Aktivitäten der Kaiserin gehörte der Ausgleich mit Ungarn, den sie Anfang 1867 gegen den Willen ihrer Schwiegermutter und großer Teile des Hofes energisch durchzusetzen wusste. Ungarn erhielt seine Verfassung von 1848 zurück und am 8. Juni 1867 wurden Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth in der Matthiaskirche in Budapest zu König und Königin von Ungarn gekrönt.

Das dem Königspaar anlässlich der Krönung vom ungarischen Volk geschenkte Schloss Gödöllo" wurde in den folgenden Jahren ein beliebter Zufluchtsort der Kaiserin. Elisabeth lernte Ungarisch und wählte bevorzugt ungarische Hofdamen aus, die am Wiener Hof wegen ihrer Herkunft abgelehnt wurden und isoliert blieben.

Elisabeth kam am 9. September 1898 inkognito nach Genf, wo sie einer Einladung der Familie Rothschild nachkam. Am nächsten Tag, auf dem zum Schiff, mit dem sie nach Caux weiterreisen wollte, stürzte sich der italienische Anarchist Luigi Lucheni auf sie und stieß ihr eine von ihm selbst zugespitzte Feile ins Herz. Kaiserin Elisabeth überlebte dieses Attentat nicht und verstarb im Alter von 60 Jahren.

Ihre Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adelsgeschlechter.

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