Ludwig Anton von Bourbon (1727-1785)

Ludwig Anton von Bourbon (Luis Antonio Jaime de Borbón y Farnesio) wurde am 25. Juli 1727 in Madrid geboren. Er war der jüngere Bruder des spanischen Königs Karl III..

Da Don Luis de Borbón keine Aussicht auf die Thronfolge hatte, wählte seine Familie für ihn eine kirchliche Karriere. Obwohl seit dem Konzil von Trient (1545-1563) die Zuerkennung von Patronatsrechten als persönliche Vergünstigung (ex gratia), d. h. ohne die tatsächliche Ausübung des Kirchenamtes verboten war, wurde er - nach langen Verhandlungen mit der römischen Kurie - bereits im Alter von acht Jahren (1735) von Papst Klemens XII. zum Kardinal und Erzbischof von Toledo ernannt. Sechs Jahre später (1741) folgte die Ernennung zum Erzbischof von Sevilla, so dass er finanziell bestens abgesichert war.

Da er jedoch als erwachsener Mann keinerlei Neigung zu einer kirchlichen Laufbahn verspürte und mehr an Kunst und Musik sowie an der Jagd und an der Fechtkunst interessiert war, gab er im Jahr 1754 alle seine kirchlichen Würden und damit auch einen Großteil der daraus resultierenden Einkünfte auf - es blieb ihm allerdings eine jährliche Kompensationszahlung i. H. v. 946.107 Reales aus den Einnahmen des Erzbistums Toledo.

In Boadilla del Monte ließ er in den Jahren 1761-1765 von dem befreundeten Architekten Ventura Rodríguez einen repräsentativen Wohnsitz errichten - den Palacio del Infante Don Luis, wo er ein kunstbeflissenes Junggesellendasein führte und Künstler (darunter auch Francisco de Goya und Luigi Boccherini) als Gäste und Gesprächspartner empfing. Wenige Jahre nach seiner nicht standesgemäßen Liebesheirat mit der erst sechzehnjährigen María Teresa de Vallabriga im Jahre 1776 zog der beinahe 50-jährige Luis de Borbón mit seiner Familie in den ebenfalls von Ventura Rodríguez entworfenen Palacio de la Mosquera in Arenas de San Pedro in der Provinz Ávila um, der jedoch noch nicht zur Gänze fertiggestellt war. Seine junge Frau gebar ihm drei Kinder, die jedoch allesamt von der Thronfolge ausgeschlossen waren und sich dem spanischen Hof nur bis auf eine Distanz von 20 Leguas nähern durften.

Luis de Borbón verstarb am 7. August 1785 und wurde in der Kapelle seines Palastes in Boadilla del Monte beigesetzt. Im Jahr 1800 wurden seine sterblichen Überreste in das Pantheon des Escorial überführt.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adelsgeschlechter.

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