Philipp I. von Habsburg (1478-1506)

Philipp I. von Habsburg wurde am 22. Juli 1478 als Sohn des späteren Königs und Kaisers Maximilian I. und der Maria von Burgund in Brügge geboren. Nach seiner Geburt streuten Agenten des französischen Königs Ludwig XI. Gerüchte, dass er in Wirklichkeit ein Mädchen sei. Seine Patin Margareta von York entkräftete diese, indem sie ihn auf dem Marktplatz von Brügge vor einer Menschenmenge entblößte.

Philipp war seit 1482 Herzog von Burgund. Bereits im September 1494 wurde er im Alter von 16 Jahren vorzeitig für großjährig erklärt und aus der Vormundschaft Maximilians I. entlassen. Am 20. Oktober 1496 wurde er offiziell in Lier von Fürstbischof Heinrich von Glymes und Berghes mit der Infantin Johanna von Kastilien vermählt. Vom 12. Juli 1506 bis zu seinem Tod war er als Gemahl Johannas von Kastilien König von Kastilien und León. Durch seinen frühen Tod konnte er die Krone des Heiligen Römischen Reichs nicht von seinem Vater Maximilian I. übernehmen. Über seine Söhne Karl und Ferdinand ist er der Stammvater der spanischen Könige sowie der folgenden römisch-deutschen und österreichischen Kaiser.

Am 26. November 1504 starb Isabella von Kastilien. Sie hatte in ihrem Testament vom 12. Oktober 1504 die Reiche der Krone Kastiliens ihrer Tochter Johanna vermacht und ihren Gemahl Ferdinand von Aragón zum Regenten bestimmt für den Fall, dass Johanna ihre Aufgaben als Königin nicht wahrnehmen könne. Schon in einer Urkunde vom 18. Januar 1505 aus Brüssel bezeichnete sich Philipp als Gemahl der Königin "Philippe par la grace de Dieu roy de Castille, de Leon, de Grenade, archiduc d'Autriche etc." (Philipp, durch Gottes Gnade König von Kastilien, Leon und Granada, Erzherzog zu Österreich, etc.). Zwischen ihm und seinem Schwiegervater Ferdinand brach jetzt eine offene Feindschaft aus. Nachdem Philipp und Johanna im April 1506 in Spanien eingetroffen waren, konnte Philipp sich gegen Ferdinand durchsetzen, da ein großer Teil der Granden Kastiliens ihn als Regenten favorisierte. In der Concordia de Villafáfila, einem Abkommen zwischen Philipp und Ferdinand, verzichtete Ferdinand auf das Recht als Regent für seine Tochter zu handeln, so dass der Gemahl der Königin unter dem Titel Philipp I. von Kastilien im Juni des Jahres als erster Habsburger zum König eines spanischen Königreichs gekrönt wurde.

Philipp starb noch im selben Jahr am 25. September 1506 plötzlich nach einer kurzen Fieberinfektion in der Casa del Cordón in Burgos. Seine sterblichen Überreste liegen neben seiner Gemahlin und deren Eltern in der Capilla Real der Kathedrale von Granada. Johanna überlebte Philipp um 48 Jahre und heiratete nie wieder; sie galt jedoch schon vor seinem Tod als wahnsinnig, weshalb zunächst ihr Vater Ferdinand doch als Regent nach Kastilien zurückkehrte und nach dessen Tod Philipps Sohn neben seiner Mutter als Karl I. König von Kastilien und Aragón wurde.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adelsgeschlechter.

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