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Karl Eugen von Württemberg (1728-1793)

Karl Eugen von Württemberg kam am 11. Februar 1728 in Brüssel zur Welt. Im Jahr 1744 wurde Karl Eugen im Alter von 16 Jahren für mündig erklärt und trat die Regierung des Herzogtums Württemberg an.

Gleich nach seinem Regierungsantritt ließ der Herzog den Leichnam von Joseph Süß Oppenheimer abhängen und verscharren, der nach seiner Hinrichtung 1738 zur Abschreckung sechs Jahre lang in einem eisernen Käfig verblieben war. Mit seiner Mutter geriet er 1750 in einen Streit und ließ sie im Göppinger Schloss internieren.

Karl Eugens Regierungszeit fiel mit dem Höhepunkt des Absolutismus zusammen, und der junge Landesherr tat alles, um seinen Hof zu einem der glänzendsten in Europa zu machen. Mit ungeheurem finanziellem Aufwand, der Württemberg an den Rand des Ruins führte, gelang ihm das zeitweise: Für seine prunkvolle Hofhaltung ließ er nicht nur das Neue Schloss in Stuttgart, sondern zusätzlich Schloss Solitude, Schloss Monrepos und später noch Schloss Hohenheim erbauen. Schloss Solitude, zeitweise sein liebster Aufenthaltsort, ließ er über die schnurgerade angelegte und exklusiv dem Hofstaat vorbehaltene Solitude-Allee mit dem Ludwigsburger Schloss verbinden.

Des Herzogs Feste waren so legendär wie seine zahllosen Affären und sein Despotismus. Den Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart, der ihn und seine Mätresse Franziska von Hohenheim verspottet hatte, ließ Karl Eugen für die Dauer von zehn Jahren auf der Bergfestung Asperg einsperren. Auch den Dichter Friedrich Schiller bedrohte er mit Schreibverbot und Kerkerhaft.

Im Jahr 1741 heiratete er die Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth. Die Ehe des Herzogspaares hielt jedoch nicht lange und im Herbst 1756 kehrte Herzogin Elisabeth Friederike Sophie zunächst an den elterlichen Hof in Bayreuth zurück. Der Herzog hielt verschiedene Mätressen, von denen einige mehrere Jahre an seiner Seite lebten und mit denen er zahlreiche illegitime Kinder hatte. Karl Eugen hat insgesamt 77 „natürliche Söhne“ anerkannt.

Im Jahr 1771 traf er die verheiratete Freifrau Franziska Leutrum von Ertingen, geborene Freiin von Bernerdin (1748–1811), und auch sie wurde seine Mätresse. Nach ihrer Scheidung 1772 und dem Tod seiner Frau Elisabeth Friederike Sophie 1780 heiratete Karl Eugen 1785 die inzwischen zur Reichsgräfin von Hohenheim erhobene Franziska morganatisch.

Im Alter wandte sich Karl Eugen zunehmend der Landwirtschaft und der Pädagogik zu. Auf die Gründung einer Académie des arts im Juni 1761 in Stuttgart folgte 1765 in Ludwigsburg, wo sich damals der Hof befand, die Herzogliche Öffentliche Bibliothek, die heutige Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, für deren Bestandsaufbau er beträchtliche Summen ausgab. 1767 installierte er sich selbst als "Rector perpetuus" der Tübinger Universität Eberhardina, die er zwei Jahre später in Eberhardo-Carolina umbenennen ließ, und nahm das Rektorenamt bis zu seinem Tod 1793 wahr. 1770 gründete er beim herzoglichen Schloss Solitude ein Erziehungsinstitut, das sich aus bescheidenen Verhältnissen zur hochrangigen Hohen Karlsschule entwickelte. 1781 wurde er als Ehrenmitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.

Die Geschichtsschreibung ist sich nicht einig, inwieweit seine zweite Ehefrau Einfluss auf seine Wandlung vom Despoten und Genussmenschen zum sorgenden Landesvater hatte. Selbst Friedrich Schiller, der in jungen Jahren wegen Karl Eugen das Land verlassen hatte, machte bei dessen Tod seinen Frieden mit ihm. Christian Friedrich Daniel Schubart wurde kurz vor seinem Tode aus der Kerkerhaft entlassen und als Musik- und Theaterdirektor am Herzogshof zu Stuttgart ernannt und durfte wieder als Herausgeber tätig werden. Mit seiner zweiten Gemahlin unternahm der Herzog weite Reisen und ließ darüber Tagebücher führen.

Am 24. Oktober 1793 starb Herzog Karl Eugen in seinem noch unvollendeten Schloss Hohenheim bei Stuttgart und wurde in der Gruft des Schlosses Ludwigsburg beigesetzt. 

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adel.