Eugen Franz Prinz von Savoyen-Carignan (1663-1736)

Eugen Franz Prinz von Savoyen-Carignan kam am 18. Oktober 1663 als Sohn des Grafen von Soissons, Eugen Moritz von Savoyen-Carignan, und dessen Gemahlin Olympia Mancini, der früheren Mätresse des französischen Königs Ludwig XIV., in Paris zur Welt.

Eugen gehörte dem europäischen Hochadel an. Seine Familie besaß Verbindungen zu den spanischen und österreichischen Habsburgern genauso wie zu den französischen Bourbonen und den deutschen Häusern Wittelsbach und Baden-Baden. Von diesen grenzüberspannenden verwandtschaftlichen Beziehungen profitierte Eugen vor allem zu Beginn seiner militärischen Karriere. Bei der Wahl seiner Dienstherren achtete er nicht darauf, in welchem Land er Dienst tun wollte - eine Einstellung, die keine Besonderheit für den europäischen Adel der Frühen Neuzeit war.

Unter dem Namen "Prinz Eugen" bekannt, war einer der bedeutendsten Feldherren des Habsburgerreiches, dessen Stellung als Großmacht er wesentlich ausbaute. Er war ab 1697 Oberbefehlshaber im Großen Türkenkrieg.

Neben dem Herzog von Marlborough war er während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) Oberkommandierender der antifranzösischen Koalition. Nach der Wiederaufnahme des Krieges gegen die Osmanen (1714-1718) sicherte er die österreichische Vorherrschaft in Südosteuropa. Daneben war er lange Hofkriegsratspräsident sowie als Diplomat tätig und übte weitere hohe Staatsämter aus.

Prinz Eugen war als Bauherr und Kunstsammler einer der bedeutendsten Mäzene seiner Zeit. In Friedenszeiten setzte er seine Soldaten für die Errichtung von Gartenanlagen und den Bau seiner acht Schlösser ein.

Das Schloss Belvedere in Wien ist eine von Johann Lucas von Hildebrandt (1668-1745) für Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736) erbaute Schlossanlage. Das untere Belvedere wurde in den Jahren 1714 bis 1716 und obere Belvedere in den Jahren 1721 bis 1723 gebaut.

Prinz Eugen erwarb 1725 die in den 1620er Jahren errichtete Feste Hof und baute sie zu einem repräsentativen Landsitz aus. Da er ein großer Freund der Gartenkunst war, ließ er die modernste und technisch aufwändigste barocke Gartenanlage des Habsburgerreiches errichten: mit sieben Terrassen, sechs Brunnen und zahllosen exotischen Pflanzen. Diese gärtnerische und botanische Sammlungsleidenschaft, die er hatte, hat er dort in gleich zwei Glashäusern umgesetzt. Er war nicht nur Sammler, sondern er war auch sebst ein leidenschaftlicher Gärtner. Sein Gärtnermeister Anton Zinner war nicht nur verantwortlich für seine Gärten oder die Orangerie, sondern, es ist bekannt, das sie sich in Briefwechsel und Gesprächen auch über Details unterhalten haben. Das ging bis zu, wie bestimmte Obstsorten gepfropft und vermehrt werden. 1755 kam Schloss Hof in den Besitz von Österreichs Landesherrin Maria Theresia.

Über Prinz Eugen waren bereits zu seinen Lebzeiten Gedichte im Umlauf (Mars ohne Venus), die ihm Homosexualität nachsagten. Der sehr kleinwüchsige Prinz hatte nie geheiratet, über Affären mit Frauen wurde nichts bekannt. Bis heute wird er regelmäßig in Listen berühmter Homosexueller geführt, wenngleich darüber keine Klarheit herrscht und diese Annahme nur auf Gerüchten beruht.

Tod und Ehrenbegräbnis 1736

Als er am 21. April 1736 an Lungenentzündung starb, fiel sein Vermögen an seine Nichte Anna Viktoria von Savoyen (1683-1763), weil er kein Testament gemacht hatte. Sein Besitz bestand aus teuer eingerichteten Schlössern, Ländereien, Bar- und Bankvermögen sowie Kunstsammlungen und einem Zoo mit Tieren aus der ganzen Welt im Wert von 1,8 Millionen Gulden. Seine Nichte verkaufte nach und nach den Großteil des Besitzes oder ließ ihn versteigern. Ihr eigenes großes Vermögen überschrieb sie ihrem späteren, sehr viel jüngeren Ehemann Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen. Das Castrum doloris, welches bei den Begräbnisfeierlichkeiten verwendet wurde, ist nur noch in Teilen erhalten, weil es aus nicht dauerhaften Materialien gestaltet wurde. Diese Teile der Trauerdekoration befinden sich heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien.

Zur letzten Ruhe liegt Prinz Eugen in der Kapelle im Wiener Stephansdom, die nach ihm benannt ist, aber auch Kreuz- oder Tirnakapelle heißt. Das Marmorgrabmal in der linken Seitenwand ließ 1752 die Gattin seines Neffen, Maria Theresia Anna Felicitas Herzogin von Savoyen-Carignano, geb. Prinzessin Liechtenstein, errichten. Ausführende Künstler waren Joseph Wurschbauer als Bildhauer und Goldschmied sowie als Steinmetz Gabriel Steinböck.

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adel.