Vinzenz I. Gonzaga (1562-1612)

Vinzenz I. Gonzaga wurde am 22. September 1562 in Mantua geboren. Er regierte vom 14. August 1587 bis 9. Februar 1612 als Herzog von Mantua und von Montferrat.

Herzog Vincenzo war der bedeutendste Vertreter seines Geschlechtes. Er war einer der großen Renaissancefürsten. Unter seiner Regentschaft wurde Mantua ein Zentrum der Kunst in Italien. Er befreite den Dichter Tasso aus der Gefangenschaft und holte den jungen Claudio Monteverdi an seinen Hof. Obwohl die finanzielle Unterstützung von Seiten Vincenzos sehr begrenzt war, entwickelte Monteverdi sich am Hofe des Herzogs zum größten Komponisten seiner Zeit. Monteverdi lebte bis zum Tode des Herzogs 25 Jahre am Hofe in Mantua. Hier entstand neben Madrigalen und Motetten der italienischen Renaissance auch seine erste Oper L'Orfeo. Seine ebenfalls hier uraufgeführte zweite Oper L'Arianna mit dem berühmten Lamento ist verschollen. Sie wurde von den Zeitgenossen mit überwältigendem Begeisterungssturm aufgenommen. Für seine Repräsentationsaufführungen baute der Herzog eigens einen Theaterbau für über 1000 Zuschauer. Das Gebäude wurde im Mantuanischen Erbfolgekrieg zerstört (Sacco di Mantova). Vincenzo entdeckte während einer Reise nach Flandern den jungen Peter Paul Rubens und brachte ihn nach Mantua mit. Hier erhielt Rubens seine ersten großen Malaufträge und führte seine erste diplomatische Mission an den spanischen Hof aus. Vincenzo hatte, aufgrund seiner mütterlichen Abstammung, von den Habsburgern Ambitionen auf die Kaiserkrone, die jedoch völlig unrealistisch waren. Für dieses Ziel und seinen Repräsentationsanspruch verschuldete er sein kleines Land bis zum Ruin.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adelsgeschlechter.

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