DDr. Klaus Karl Anton von Dohnanyi

Klaus Karl Anton von Dohnanyi kam am 23. Juni 1928 in Hamburg zur Welt. Er ist ein deutscher Jurist und Politiker (SPD). Er war von 1972 bis 1974 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, von 1969 bis 1981 Mitglied des Deutschen Bundestags und von 1981 bis 1988 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

Sein Vater Hans von Dohnanyi wurde 1938 als Reichsgerichtsrat nach Leipzig versetzt. Von 1938 bis 1940 besuchte Klaus von Dohnanyi die Thomasschule zu Leipzig, von 1940 bis 1944 das Benediktinergymnasium Ettal und schließlich das Victoria-Gymnasium Potsdam. Ab Herbst 1944 wurde er als 16-Jähriger dem "Volkssturm" zugeteilt, dann aber im November 1944 noch als "kriegsverwendungsfähig" gemustert und im Januar 1945 des nächsten Jahres in ein Kampfbataillon des Reichsarbeitsdienstes nach Karstädt in der Prignitz einberufen. Im Mai 1945 geriet er für wenige Tage in kanadische Gefangenschaft. Im Herbst 1945 traf er in Frankfurt am Main wieder auf seine Familie, von der er während des Kriegsdienstes getrennt war.

Er absolvierte 1946 sein Abitur am Benediktinerkloster St. Ottilien. Danach begann er 1946 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das er 1949 mit dem ersten juristischen Staatsexamen abschloss. 1949 wurde er magna cum laude mit einer Dissertation über "Die Grundstücksteilung - Erscheinungsform und Rechtsfolgen nach geltendem Recht" zum Dr. jur. promoviert.

Er studierte von 1950 bis 1951 mit zwei Stipendien in den USA an der Columbia und Stanford University. 1953 erwarb er an der Yale University den zur damaligen Zeit noch nicht sehr verbreiteten Abschluss eines Bachelor of Laws (LL.B.).

Von 1951 bis 1952 war er am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Tübingen und von 1952 bis 1953 als Assessor in einem amerikanischen Anwaltsbüro in New York City und bei den Ford-Werken in Detroit tätig. Ab 1954 arbeitete er als Volontär bei Ford in Köln, von 1956 an als Leiter der Planungsabteilung. 1957 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab. Von 1960 bis 1968 war er geschäftsführender Gesellschafter und Leiter der Abteilung "Planung und Prognosen" des Marktforschungsinstituts Infratest.

Von 1990 bis 1994 war von Dohnanyi unter anderem als Beauftragter der Treuhandanstalt für die Privatisierung ostdeutscher Kombinate, insbesondere beim Fördermaschinen- und Kranbauer TAKRAF in Leipzig, tätig. Von 2003 bis 2004 war er Sprecher des Gesprächskreises Ost.

Er ist Gründungskommissar der Bucerius Law School in Hamburg.

Heute gehört von Dohnanyi als stellvertretender Vorsitzender dem Konvent für Deutschland unter dem Vorsitz von Rupert Scholz an, einem überparteilichen Gremium, das unter anderem für eine Föderalismusreform in Deutschland eintritt, die mit klaren Zuständigkeiten für Bundestag und Bundesrat wieder schnellere Entscheidungen in der bundesdeutschen Politik ermöglichen soll. Zudem war er Kurator der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Beiratsvorsitzender des Berliner Wirtschaftsverlages Wegweiser GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates der Audi AG und der PrimaCom AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Design Bau AG und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Seit 2009 leitet er den Mindestlohn-Ausschuss der Bundesregierung, im Jahr 2010 war er der federführende Schlichter im Tarifkonflikt bei der Lufthansa.

Von Dohnanyi ist Mitglied der Atlantik-Brücke und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Er war 1986 Gründer der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte.

Seit März 2011 ist von Dohnanyi Mitglied der Ethikkommission für sichere Energieversorgung.

Auszeichnungen

  • 1973: Bürgermedaille der Stadt Passau
  • 1988: Theodor-Heuss-Medaille der Theodor-Heuss-Stiftung (Laudatio: Hildegard Hamm-Brücher
  • 1990: Goldmedaille "Distinguished Leadership and Service for Humanity" der B'nai B'rith
  • 1996: Mitglied im Club of Rome
  • 2003: Bürgermeister-Stolten-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg
  • 2004: Kasseler Bürgerpreis "Das Glas der Vernunft"
  • 2007: Hanns Martin Schleyer-Preis der Hanns Martin Schleyer-Stiftung für 2006
  • 2014: Heinz Herbert Karry-Preis 
Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adel.