Wolfgang II. von Hohenlohe-Waldenburg (1546-1610)

Wolfgang II. Graf von Hohenlohe und Herr zu Langenburg, auch Wolfgang von Hohenlohe-Weikersheim, kam am 14. Juni 1546 in Waldenburg, im Herzogtum Württemberg zur Welt. Er war ein Adliger aus dem Geschlecht Hohenlohe, der in Weikersheim residierte und dort für den Neubau des Schlosses Weikersheim nach den Idealen der Renaissance sorgte. Er war auch Anhänger der Alchemie.

Wolfgang II. war der Sohn Graf Ludwig Casimir von Hohenlohe-Waldenstein und dessen Gemahlin Gräfin Anna von Solms-Laubach. Er besuchte ab 1558 für zwei Jahre die Universität Tübingen, war zwei Jahre zu Studien in Paris und danach in kaiserlichen Diensten in Wien, wo er auch an einem Feldzug gegen die Türken teilnahm.

Wolfgang II. von Hohenlohe-Waldenburg heiratete 1567 Magdalena, Gräfin von Nassau-Dillenburg, mit der er 7 Kinder hatte.

Nach dem Tod seines Vaters 1568 herrschte er zunächst mit einem Bruder und der Mutter in Langenburg, ab 1574 allein. 1586 kam es zur Landesteilung zwischen ihm und seinen Brüdern (Hohenlohe-Neuenstein, Hohenlohe-Langenburg und Hohenlohe-Weikersheim). Wolfgang II. zog 1587 nach Weikersheim.

In Weikersheim ersetzte er das alte Wasserschloss, eine mittelalterliche Wasserburg, durch ein Renaissanceschloss, residierte von dort aus, ordnete die hohenlohische Verwaltung, revisionierte die evangelische Kirchenordnung Hohenlohes, förderte das Schulwesen und hob kurz vor seinem Tod die Leibeigenschaft für Weikersheim auf.

Er befasste sich mit Pferdezucht und -heilkunde, liebte Musik und betrieb Alchemie in einem eigenen, kurz nach dem Umzug nach Weikersheim zunächst provisorisch eingerichteten Labor im Schloss, dass dann ein mit Öfen ausgestatteter zweigeschossiger Bau auf dem Gelände des ehemaligen Burgzwingers wurde. Da die Bauzeichnungen und Rechnungen erhalten sind (auch für chemische Geräte) konnte man so die Ausstattung eines fürstlichen alchemistischen Labors der Renaissance rekonstruieren. Neben dem Labor gab es Destillationsgebäude für Branntwein im Schloss, wobei der Graf das Produkt verkaufte. Es gab auch eine Apotheke im Schloss, die von Wolfgangs Frau Magdalena geleitet wurde. In Weikersheim ließ er eine Salpeterfabrik bauen, die 1596 bis 1602 bestand und von einem Handwerker privat betrieben wurde. In seiner Bibliothek von 500 Bänden (davon einige Handschriften) waren 15 praktische Chemiebücher (z. B. von Georg Agricola und Lazarus Ercker zu Bergbau und das Destillierbuch von Hieronymus Brunschwig), 33 über Alchemie (u. a. Pseudo-Geber, Ramon Llull, Bernard von Trevisan, Heinrich Khunrath), 69 von Paracelsus und 12 zu Chemiatrie (wie Leonhard Thurneysser, Johann Isaac Hollandus, Alexander von Suchten). Dem Inhalt der Bibliothek nach zu urteilen war der Graf eher an praktischer Chemie interessiert und auch an Iatrochemie (sein Leibarzt Eucharius Seefridt (gestorben 1611) in Öhringen war einer ihrer Vertreter).

Quelle: Wikipedia
 
Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adel.