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Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg (1562-1609)

Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg kam am 29. Mai 1562 als Sohn Wilhelms V. von Jülich-Kleve und dessen Gattin Maria von Habsburg zur Welt. Mit elf Jahren wurde er Bischof des Bistums Münster.

Am 4. September 1573 erhielt er ein Kanonikat am Kölner Dom. Am 5. April 1574 starb Bischof Johann; am 28. April wurde Johann Wilhelm vom münsterschen Kapitel einstimmig zum Nachfolger erwählt. Gleich im folgenden Jahre eröffnete jedoch der Tod seines älteren Bruders Karl Friedrich dem Prinzen die Anwartschaft auf die Vereinigten Herzogtümer und Grafschaften Jülich, Kleve, Berg, Mark und Ravensberg und rief somit denselben von der geistlichen Laufbahn ab.

Schon am 14. September 1584 hatte er sich mit der Markgräfin Jakobe von Baden verlobt; am 16. Juni 1585 wurde in der Schlosskapelle des Düsseldorfer Schlosses die Vermählung mit ihr vollzogen.

Er verfeindete sich mit den Räten seines Vaters und mit diesem selbst, der, seit langen Jahren mehr und mehr in Geisteskrankheit verfallend, zu argwöhnischer Sorge um seine Gewalt neigte. Im März und heftiger im Sommer 1589 befiel ihn angstvolle Schwermut. Am 1. Januar 1590 kam die Krankheit zum vollen Ausbruche; einige Wochen später verfiel er in Tobsucht. Seitdem blieb er wahnsinnig, doch besserte sich sein Zustand infolge der Behandlung eines aus Holland berufenen englischen Arztes seit 1597 so weit, dass man ihn aus der Haft entlassen und am 20. Juni 1599, nachdem Jakobe von Baden, seine erste Gemahlin, am 3. September 1597 ermordet worden war, mit Herzogin Antonie von Lothringen verheiraten konnte, um das Aussterben des Jülicher Mannesstammes zu verhüten. Auch diese Ehe blieb kinderlos.

Am 25. März 1609 starb Johann Wilhelm ohne Erben, seine Länder dem Jülich-Klevischen Erbfolgestreit zwischen seinen Onkeln bzw. deren Söhnen überlassend. Die unklare Lage nach seinem Tod wurde deutlich darin, dass der Leichnam des Verstorbenen fast zwei Jahrzehnte in einem Bleisarg in der von Alessandro Pasqualini errichteten Kapelle des Düsseldorfer Schlosses aufgebahrt und unbestattet blieb. Erst am 30. Oktober 1628 fand unter Teilnahme des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm, des gesamten jülich-bergischen Hofstaats und zahlreicher weiterer Würdenträger ein Staatsbegräbnis statt, das die sterblichen Überreste des letzten Herzogs von Jülich-Kleve-Berg in einer feierlichen Prozession vom Schlosshof zur letzten Ruhestätte in die Stiftskirche St. Lambertus führte.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adelsgeschlechter.