Ferdinand Maximilian von Österreich (1832-1867)

Erzherzog Ferdinand Maximilian Joseph Maria von Österreich wurde am 6. Juli 1832 als Sohn von Erzherzog Franz Karl von Österreich und der Prinzessin Sophie von Bayern in Schloss Schönbrunn in Wien geboren. Er war der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph aus dem Haus Habsburg. Während der Mexikanischen Interventionskriege wurde er von 1864 bis 1867 auf Betreiben Kaiser Napoleon III. von Frankreich als Kaiser von Mexiko inthronisiert.

Ferdinand Maximilian erhielt die für einen Erzherzog übliche Erziehung. Neben der militärischen Ausbildung bestand sein Unterricht aus Fremdsprachen (Französisch, Italienisch, Englisch, Ungarisch und Tschechisch), Philosophie, Geschichte und Kirchenrecht. Das vorgeschriebene Exerzierprogramm war ihm schon in jungen Jahren ein Gräuel. Er galt als phantasiebegabt, malte und dichtete gerne. Schon früh interessierte er sich sehr für Literatur und Geschichte, besonders für die seiner eigenen Familie. Er war aufgrund seines Charmes am Wiener Kaiserhof sehr beliebt und auch der Liebling seiner Mutter Sophie. Seine Eltern machten sich auch nicht weiter Gedanken darüber, welches Aufgabengebiet der jüngere Sohn später einmal übernehmen solle. Das Verhältnis zu seinem älteren Bruder Franz-Josef war freundschaftlich, wobei er aber mit zunehmendem Alter von seinem Bruder misstrauisch beobachtet wurde, da er aufgrund seines unkomplizierten und freundlichen Wesens auch bei der Wiener Bevölkerung sehr beliebt war.

Auf Betreiben des französischen Kaisers Napoléon III. wurde Ferdinand Maximillian von Österreich am 10. April 1864 gegen den Widerstand des mexikanischen Volkes zum Kaiser von Mexiko ausgerufen. Maximilian hatte zuvor auf Druck seines Bruders auf seine Thronfolge- und Erbansprüche in Österreich verzichten müssen. Ferdinand Maximilian glaubte, in Mexiko seine Träume eines modernen, liberalen Staates verwirklichen zu können und nahm deshalb die Kaiserkrone trotz der Bedenken seiner Familie an.

Nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs mussten die Franzosen ihre Truppen aus Mexiko (1866), auf Druck der USA, abziehen. Danach konnte sich Kaiser Maximilian nicht mehr lange gegen den populären Juárez behaupten, da auch seine Hilferufe in Europa unbeantwortet blieben. Er wurde am 14. Mai 1867 entmachtet, von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und nach einer Bestätigung des Todesurteils durch den wieder an die Macht gelangten Präsidenten Juárez am 19. Juni 1867 zusammen mit seinen Generälen Miguel Miramón und Tomás Mejía standrechtlich bei "Tres Campanas", Querétaro, erschossen. Vor der Erschießung versicherte Maximilian den Soldaten, dass sie nur ihre Pflicht täten, steckte ihnen Goldmünzen zu und ersuchte sie darum, genau zu zielen und sein Gesicht zu schonen, damit seine Mutter seinen Leichnam identifizieren könne.

Der einbalsamierte Leichnam Maximilians wurde auf der Novara durch Vizeadmiral Wilhelm von Tegetthoff nach Triest gebracht. Von dort wurde er im Galatrauerwagen des Hofes nach Wien überführt, wo er am 18. Januar 1868 in der Kapuzinergruft beigesetzt wurde.

Maximilians Gemahlin Charlotte befand sich zum Zeitpunkt der Exekution gerade in Europa, um Napoleon III. und Papst Pius IX. um Hilfe zu bitten, der versprach, für sie und ihren Mann zu beten. Charlotte überlebte Maximilian um 60 Jahre, verfiel aber nach dessen Tod dem Wahnsinn. Sie starb 1927 auf Schloss Bouchout in Meise (Belgien).

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".