Kaiserin Zita von Österreich (1892-1989)

Zita von Bourbon-Parma kam am 9. Mai 1892 als Tochter des Robert I. von Parma, und dessen zweiten Gattin Maria Antonia von Portugal, im Großherzogtum Toskana zur Welt. Zitas Vater war der letzte regierende Herzog von Parma. Von dort wurde er durch die piemontesische Armee vertrieben und fand zusammen mit seiner zweiten Frau Maria Antonia in Schwarzau am Steinfeld im heutigen Bundesland Niederösterreich Zuflucht.

Im Schloss Schwarzau begegnete sie dem späteren Kaiser Karl I., den sie bereits aus Kindertagen kannte. Am 21. Oktober 1911 erfolgte die Hochzeit im Schloss Schwarzau am Steinfeld. Unter den zahlreichen Gästen waren auch der österreichische Kaiser Franz Joseph I., der die Festrede hielt, und der Thronfolger Franz Ferdinand.

Als Kaiser Franz Joseph am 21. November 1916 starb, wurde Karl Kaiser von Österreich (Karl I.) und König von Ungarn (Karl IV.) und Böhmen. Zita wurde Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Am 30. Dezember wurde sie in Budapest zur Königin von Ungarn gekrönt.

Zita spielte fortan eine bedeutende politische Rolle. Sie beeinflusste Karl, indem sie seine oft schwankende Willenskraft festigte. Die junge Kaiserin besaß nicht nur Energie und Zähigkeit, sondern auch eine außerordentlich schöne Erscheinung. Zitas erstes Auftreten in der habsburgischen Hauptstadt Wien wurde ein großer Erfolg. Um einen Zusammenbruch des Vielvölkerstaates zu verhindern, wurde im Frühjahr 1917 der Versuch unternommen, einen Friedensschluss mit den Ententemächten auszuhandeln. Nach der Veröffentlichung des so genannten Sixtus-Briefes Karls durch den französischen Ministerpräsidenten Clemenceau wurde Zita durch die deutschnationale österreichische Propaganda als "italienische Verräterin" und Karl als ein "den hohen Frauen welscher Abkunft ausgelieferter Pantoffelheld" dargestellt. Als Karl am 11. November 1918 eine Verzichtserklärung auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte vorgelegt wurde, sagte sie nur: "Niemals! Ein Herrscher kann seine Herrscherrechte verlieren. Das ist dann Gewalt, die eine Anerkennung ausschließt. Abdanken nie - lieber falle ich hier an Ort und Stelle mit dir - dann wird eben Otto kommen und selbst, wenn wir alle fallen sollten - noch gibt es andere Habsburger." Trotz Zitas Bedenken verzichtete Karl auf dringendes Anraten der letzten kaiserlichen Regierung auf "jeden Anteil an den Staatsgeschäften", dankte aber nicht ab. Die kaiserliche Familie verließ Schloss Schönbrunn, da Karl in das dem Hofärar und damit dem Staat gehörenden Gebäude nach seinem Verzicht auf Staatsfunktionen nicht mehr bleiben wollte, noch am gleichen Abend und begab sich nach Schloss Eckartsau im Marchfeld bei Wien, damals Eigentum des kaiserlichen Familienfonds. Am 12. November wurde die Republik Deutschösterreich durch die Provisorische Nationalversammlung ausgerufen.

Am 23. März 1919 reiste sie mit Karl und ihrer Familie von Eckartsau ins Exil in der Schweiz ab. Am 3. April wurde das Habsburgergesetz beschlossen, in dem Karl auf Lebenszeit und alle anderen Mitglieder des Hauses Habsburg-Lothringen, soweit sie nicht auf ihre Zugehörigkeit zum Herrscherhaus verzichteten und sich als Staatsbürger der Republik bekannten, aus Deutschösterreich verwiesen wurden. Gleichzeitig wurden die habsburgischen Familienfonds, nicht aber persönliches Eigentum beschlagnahmt.

Zuerst hielt sich die Familie bei Verwandten auf Schloss Wartegg bei Rorschach am Bodensee auf. Am 20. Mai siedelte sie nach Prangins am Genfer See über. Zita betrachtete die Wiedererlangung des Throns als eine von Gott auferlegte Pflicht, ermunterte Karl, nicht aufzugeben, und unterstützte ihn bei seinen Restaurationsversuchen. Sie begleitete Karl im Oktober 1921 bei seinem zweiten Restaurationsversuch in Ungarn. Nach dem Scheitern wurde sie im Auftrag der Siegermächte gemeinsam mit Karl ab 1. November zwecks Internierung von Budapest aus mit britischen Kriegsschiffen auf die portugiesische Insel Madeira gebracht, wo die beiden am 19. November eintrafen. Ende Jänner 1922 wurde der schwangeren Zita erlaubt, ihre Kinder aus der Schweiz zu holen. Mit allen Kindern, ausgenommen Robert, traf sie am 2. Februar 1922 wieder in Funchal ein.

Am 1. April 1922 starb Karl an den Folgen einer Lungenentzündung. Die nunmehr dreißigjährige Witwe musste allein für ihre sieben Kinder (das achte Kind wurde zwei Monate nach dem Tod Karls geboren) sorgen. Am 31. Mai siedelte sie mit den Kindern in die Villa Uribarren in Lequeitio im Baskenland über. Ab 1929 wohnte sie im Schloss Ham in Steenokkerzeel bei Löwen (Belgien). 1935 gab es Verhandlungen zwischen Otto und der diktatorischen Schuschnigg-Regierung über die Aufhebung des Habsburgergesetzes und die Wiedereinrichtung der Monarchie. Das Habsburgergesetz von 1919 wurde von Kanzler Kurt Schuschnigg teilweise aufgehoben. Durch den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland am 13. März 1938 wurden alle Restaurationsaussichten zunichte gemacht.

Im Mai 1940 floh Zita nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf Belgien und Frankreich mit ihrer Familie über Dünkirchen, Paris und Bordeaux nach Spanien und später nach Portugal. Im Juli 1940 reisten Zita und ihre Kinder auf den amerikanischen Kontinent aus. Während Zita und ihre jüngeren Kinder sich in Québec (Kanada) niederließen, zog der Rest der Familie in die USA. Zita traf sich dreimal mit Präsident Roosevelt und warb um ein besseres Verständnis für ihre Heimat. Nach Kriegsende organisierte sie gemeinsam mit ihrer Familie Care-Paket-Aktionen.

Auf Vermittlung des spanischen Königs Juan Carlos gestattete die österreichische Bundesregierung Zita 1982 auch ohne Verzichtserklärung die Rückkehr nach Österreich. Die neunzigjährige Zita kehrte nach dreiundsechzigjährigem Exil in das Land zurück, das sie 1919 verlassen hatte.

Nach ihrem Tod in Zizers wurde sie am 1. April 1989 in der Kapuzinergruft in Wien feierlich beigesetzt. Ihr Herz wird im Kloster Muri in der Schweiz aufbewahrt.

Quelle: Wikipedia

Ihre Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".