Markus Sittikus IV. von Hohenems (1574-1619)

Markus Sittikus Graf von Hohenems kam am 24. Juni 1574 als Sohn des Grafen Jakob Hannibal I. von Hohenems und dessen Gattin Hortenisa Borromeo Contessa di Arona auf Burg Altems in Hohenems zur Welt.

Der 38-jährige Markus Sittikus verdankte seine Wahl am 18. März 1612 zum Erzbischof dem massiven Eintreten der päpstlichen Kurie. Er musste das Erbe seines Vorgängers und Cousins, Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, antreten und hielt diesen auch auf Hohensalzburg gefangen. Wolf Dietrich hatte einen enormen Umbruch in der Stadt Salzburg begonnen.

Um den Beschlüssen des Konzils von Trient zum Durchbruch zu verhelfen, ordnete Markus Sittikus 1613 eine umfassende Visitation seines Erzbistums an. Diese bis 1617 flächendeckend durchgeführte Visitation war die erste dieser Art überhaupt. Sie brachte nicht nur zahllose Missstände ans Tageslicht, in ihrem Gefolge vollzogen sich auch tief greifende liturgische Neuerungen. Markus Sittikus führte die Rekatholisierung in Salzburg mit großer Härte durch. Auch die Anlegung der Matrikenbücher (Personenstandsverzeichnisse) war eine Folge dieses Unternehmens.

Das wohl wichtigste Bauvorhaben seiner Amtszeit war der Neubau des Salzburger Doms in "abgespeckter" Form. Dazu berief er 1613 den aus Verno (bei Como in der Lombardei, Italien oder am Lugano See, Schweiz) stammenden Santino Solari, der zu jener Zeit in Seckau in der Steiermark tätig war, nach Salzburg. Santino Solari war dann auch bis zu seinem Tod im Jahr 1646 als Hofarchitekt in Salzburg beschäftigt.

Der zweite, rein italienische Bau, den Markus Sittikus erbauen ließ, ist das Lustschloss und -garten von Hellbrunn. Fürsterzbischof Markus Sittikus kannte diese Art von villa suburbana (Villen außerhalb oder am Stadtrand liegend), wohin sich die noble römische Gesellschaft in den heißen Sommermonaten zurückzog, aus seiner Zeit, der er am Hofe seines Onkels, des Kardinals Markus Sittikus von Hohenems, verbracht hatte.

Diese Villen hatten zumeist große Parkanlagen, die im manieristischem Stil asymmetrisch zum Schloss angelegt, mit künstlich angelegten Wasserspielen für diese Freizeitgesellschaft unterhaltsam gemacht wurden.

An Stelle der aufgelassenen alten Domschule errichtete er 1618 im Garten des ehemaligen Petersfrauenkloster ein Gymnasium, dessen Leitung er den Benediktinern übertrug - der Vorläufer der Universität Salzburg.

Der prunkliebende Fürst starb am 9. Oktober 1619 im Alter von 45 Jahren.

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch Adel.