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Wappen der Vallaster

Die "Vallaster" sind ein uraltes Montafoner Familiengeschlecht. Sie haben durch ihre bäuerliche Kulturarbeit durch viele Jahrhunderte hindurch mitgeholfen, das Landschaftsbild zu wandeln und sind durch ehrbare Arbeit in den handwerklichen und geistigen Berufen zu Ehre und Ansehen von seitens der Mitmenschen und Obrigkeit gekommen.

Familienname

Der Name Vallaster geht zweifelsohne in die romanische Zeit zurück. Der bekannte Heimat- und Ahnenforscher Ludwig Vallaster (1908-1981) leitet ihn von BALESTER, dem romanischen Wort für Armbrust ab. Der BALISTER war im alten romanischen Graubünden der Armbrustmacher und man kann annehmen, dass der Name Vallaster auch das ist. Die alten Schreibungen schwanken, wie bei anderen Namen auch. Im Archiv zu Chur ist ein Phallaster aus Tschagguns verzeichnet. Der Pfarrer von Gaschurn schreibt um 1700 ebenfalls Phallaster. In den Pfarrbüchern von Vandans steht Falaster, und so schreiben sich auch noch Namensträger des Geschlechtes im Raume von Biberach.

Häufigkeit

Der Familienname Vallaster ist von der Häufigkeit her gesehen der 2019. häufigste Nachname in Österreich. Die absolut meisten Vertreter dieses Namens findet man im Bezirk Bludenz. Relativ gesehen ist es im Bezirk Bludenz am wahrscheinlichsten, einer Person mit diesem Namen zu begegnen.

Absolute Verbreitungskarte für den Familienname Vallaster in Österreich
Absolute Verbreitungskarte für den Familiennamen Vallaster in Österreich
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CC BY-NC-SA 3.0 AT

Erwähnungen

Die ersten Vallaster scheinen eigentlich erst spät auf. Dann aber gleich so häufig, dass ein Urahn schon viel weiter zurückliegen muss. Im berühmten Bartholomäberger Jahrzeitbuch aus dem 15. Jahrhundert sind ein Thomas und ein Hans Vallaster eingeschrieben. Im Pfarrarchiv Bartholomäberg, derzeit im Vorarlberger Landesarchiv, ist auf einer Pergament-Urkunde (Nr. 330) ein Heinrich Vallaster als Anrainer eines Gutes mit dem Datum 17. November 1495 erwähnt. Nur wenige Jahre später, 1510 tritt ein Hans Vallaster in Bartholomäberg ans Tageslicht der Geschichte. 1512 ist ein Meng Vallaster Zeuge bei der Urfehde von Hans Metzler. 1548 haust ein Peter Vallaster auf Latschau und dieser Peter hat zur selben Zeit Alprechte im Spora und im alten Tilisuna. Mit Beginn der Taufbücher um 1635 bekommen wir einen geschlossenen Überblick über die Vallaster. Wenn wir in den Gemeinden des Tales Montafon die Ehepaare zählen, so haben wir in Bartholomäberg 18 Haushalte, in Tschagguns 2 und in Schruns 3. Diese Zahlen beweisen, dass Bartholomäberg die Stammheimat aller Vallaster ist. Im Jahre 1690 heirateten ein Christa Bitschnau und eine Anna Vallaster mit beträchtlichem Aufwand in Bartholomäberg. Nach Vergleichen kostete jene Hochzeit den Betrag von drei Kühen. Dabei wurde auch ein Stammbaum der Brautleute aufgestellt, der bis vor 1600 zurückgeht.

Wappen der Vallaster

Lange schien es, als ob die Vallaster kein Wappen besitzen würden. Wohl tauchte eines auf mit einem Löwen und einer Armbrust, das aber wohl nur ein Entwurf war. Die Wappenmalerin Maria Klein, die sich nach dem 2. Weltkrieg lange in St. Gallenkirch aufhielt, zeichnete dann ein privat zugelegtes Zeichen als Familienwappen. Weder das Landesarchiv, noch das Archiv in Bludenz wies dem Geschlecht ein Wappen oder einen Wappenbrief zu.

Nun zeigte sich aber in der großen Urkundensammlung der Tschofen auf Bartholomäberg, dass die Vallaster auch siegelten und dabei das Schild des Wappens ins Wachs drückten. Und siehe da, ein "Stinabuab" von Bartholomäberg führte auf seinem Siegel das gleiche Wappenbild wie es Hans Jörg Vallaster als Hauszeichen in Gaschurn besessen hatte.

Dann aber siegelte ein Hans Vallaster mit einem ausgesprochenen Wappenschild, das einen Jäger auf der einen Hälfte und einen Löwen auf der anderen zeigt. Daraus wurde das Vallaster Wappen abgeleitet.

Das Wappen zeigt auf dem Schild einen Armbrustschützen und einen goldenen Löwen, steigend; als Helmzier ein goldener Löwe, steigend.

Symbolik

  • Armbrustschütze: Die Armbrust (früher "Balester") ist ein Hinweis auf den Namen Vallaster.
  • Löwe: Mut, Kraft
  • Farbe GOLD: Ansehen, Vornehmheit
  • Farbe ROT: Freude, Liebe
  • Farbe SCHWARZ: Bereitschaft

Haus-/Vulgonamen

Will man die Vallaster übersichtlich machen, so muss man sie nach den alten Verwandtschaften oder Sippen erfassen und dabei die üblichen Haus-/Vulgonamen gelten lassen. Wenn man bedenkt, dass unter den Vallaster 136 Männer den Namen Christian trugen und daneben wohl noch mehr Amreilis es gab, so wird es verständlich, dass es nicht leicht ist, alle Namensträger einzuordnen. Die ältesten Pfarrbücher geben uns dazu wenig Auskunft. Da steht nur, dass ein Christian gestorben ist, aber nicht welcher. Kein Geburtstag und keine Eltern scheinen auf. Andere Urkunden wie Käufe oder Erbangelegenheiten bringen dann noch etwas mehr Licht in die Sache. Die erwähnten Haus-/Vulgonamen, auch Übernamen genannt, sind oft sehr alt. Keiner darf sie für unangebracht finden, denn sie entstanden bei großen Familiengeschlechtern immer um die Personen besser zuordnen zu können. In der Vallaster-Chronik, die das Geschlecht wohl von allen Montafoner Geschlechtern weitaus am besten und genauesten erfasst, werden Hoffer, Hanschi, Teua-Hannesler, Stinabuab, Schurner, Samili und Schrunser Vallaster ausgewiesen.

Im Stammbaum-Netzwerk sind bei den Namen auch die jeweiligen Haus-/Vulgonamen zu sehen.

Quellen: Kirchenbücher, Private Dokumente, namenskarten.lima-city.at